10-tägige Kreuzfahrt von Cuxhaven zu den Kanarischen Inseln: Route, Highlights und Reisetipps
Einführung & Artikelgliederung: Warum eine 10-tägige Kreuzfahrt ab Cuxhaven Sinn ergibt
Eine 10-tägige Kreuzfahrt von Cuxhaven zu den Kanarischen Inseln verbindet bequemen Start vor der Haustür mit einem schnellen Wechsel von Nordseeluft zu subtropischer Milde. Besonders relevant ist diese Route für Reisende, die Flugstress vermeiden möchten, Wert auf entschleunigtes Reisen legen und trotzdem in relativ kurzer Zeit kontrastreiche Landschaften erleben wollen: von Wattenmeer und Gezeiten bis zu Lavafeldern, Dünen und Lorbeerwald. An Bord werden Seetage nicht zur Lücke, sondern zum Erlebnisraum – Zeit für Horizonte, für Gespräche und für das angenehme Gefühl, die Distanz wirklich zu überbrücken.
Warum gerade zehn Tage? Das Zeitfenster ist lang genug für zwei bis drei Landgänge auf dem Weg nach Süden plus ein bis drei Häfen auf den Inseln, ohne dass das Programm gehetzt wirkt. Je nach Taktung sind vier bis fünf Seetage realistisch. Maritime Einsteiger schätzen diese Balance: genug Eindrücke an Land, genug Ruhe auf See. Zudem ist die Route saisonal attraktiv – im Herbst und Winter lockt verlässliches Inselwetter, im Frühling blüht Madeira, im Spätsommer ist die See oft ruhig.
Bevor wir in Details gehen, hier die Gliederung dieses Beitrags, damit du gezielt zu deinen Fragen springen kannst:
– Route & Häfen: Tag-für-Tag-Vorschlag mit Alternativen, Distanzen und Hafenideen
– Bordleben: Kabinenwahl, Verpflegung, Unterhaltung, praktische Tipps für den Alltag an Deck
– Wetter & Seegang: Reisezeit, Passatwind, Biskaya, Packliste und Wohlbefinden
– Planung & Budget: Kostenrahmen, Buchungsfenster, Ausflugsstrategien, Nachhaltigkeit
– Fazit: Für wen sich die Abfahrt ab Cuxhaven besonders lohnt
Wesentliche Argumente stützen die Sinnhaftigkeit dieser Reise: Erstens die Erreichbarkeit von Cuxhaven mit öffentlichen Verkehrsmitteln und kurzen Anreisewegen im Norden. Zweitens der geographische Spannungsbogen, der innerhalb weniger Tage drei maritime Klimazonen berührt: Nordsee, offener Atlantik, subtropische Inselwelt. Drittens der effiziente Einsatz der Urlaubstage: kein Jetlag, ein komfortables „Hotel“ reist mit, und jede Meile auf See ist Teil des Urlaubserlebnisses. Wer gerne das große Ganze versteht, erlebt außerdem nautische Lernmomente – Tidefenster in der Elbmündung, Verkehrstrennungsgebiete im Ärmelkanal, die launische Biskaya und schließlich der sanft schiebende Nordostpassat.
Route & Häfen: Tag-für-Tag von der Nordsee zu Atlantikinseln
Eine 10-tägige Strecke verlangt kluge Priorisierung. Hier ein realistisch skizzierter Vorschlag (Entfernungen sind Richtwerte in Seemeilen, 1 sm ≈ 1,852 km; typische Reisegeschwindigkeit 16–18 Knoten):
– Tag 1: Cuxhaven Ausfahrt über die Elbe und hinaus in die Nordsee. Erste kurze Seestrecke, Sicherheitsdrill, Ankommen.
– Tag 2: Nordsee/Ärmelkanal (ca. 280–320 sm). Meeresverkehr beobachten, Tagesvortrag zu Navigation.
– Tag 3: Ärmelkanal-Küste, z. B. Le Havre oder Cherbourg (Cuxhaven–Cherbourg ca. 540 sm insgesamt). Altstadtspaziergänge, Klippenblicke, normannische Küche.
– Tag 4: Auf nach Galicien, A Coruña (Cherbourg–A Coruña ca. 430–500 sm). Altstadt, Torre de Hércules, Meeresmuseum.
– Tag 5: Weiter nach Portugal, z. B. Lissabon oder Leixões/Porto (A Coruña–Lissabon ca. 245–300 sm). Flussmündung, Miradouros, Pastéis, Azulejo-Architektur.
– Tag 6: Atlantikkurs nach Madeira, Funchal (Lissabon–Funchal ca. 530 sm). Botanische Gärten, Levadas, Seilbahn.
– Tag 7: Lanzarote (Funchal–Lanzarote ca. 280 sm). Timanfaya-Landschaft, Salinas, César-Manrique-Spuren.
– Tag 8: Gran Canaria (Lanzarote–Gran Canaria ca. 110 sm). Dünen von Maspalomas, Altstadt von Vegueta, Bergdörfer.
– Tag 9: Tenerife (Gran Canaria–Tenerife ca. 50–60 sm). Teide-Nationalpark, Anaga-Gebirge, schwarze Strände.
– Tag 10: Ausschiffung oder optionaler Rückflug von den Inseln, je nach Reiseplanung.
Diese Skizze ist ein One-way-Konzept: Abfahrt im Norden, Ankunft auf den Inseln. Alternativ lassen sich Zwischenstopps variieren – etwa Cádiz statt Lissabon, oder ein längerer Aufenthalt auf Madeira, wenn der Fokus stärker auf Natur liegt. Wer mehr Seetage wünscht, kann einen Kanalhafen streichen und gewinnt Puffer für die Biskaya. Apropos Biskaya: Das Revier ist meteorologisch anspruchsvoll. Wellenhöhen von 2–4 m sind keine Seltenheit; ruhige Fenster treten jedoch regelmäßig auf, vor allem im Spätsommer und teils im Spätfrühling. Ein vorausschauendes Routing nutzt stabile Wetterfenster und meidet Gegenwinde, während der Nordostpassat südlich von Madeira oftmals gleichmäßige See liefert.
Hafenhöhepunkte sind vielfältig: In A Coruña verbindet der älteste noch betriebene Leuchtturm der Welt Geschichte mit Panorama. In Lissabon führt eine Fahrt mit der Hügelbahn zu Aussichtspunkten über dem Tejo, während Funchal mit üppiger Vegetation überrascht. Auf den Kanaren stehen vulkanische Themen im Mittelpunkt – erstarrte Lavaströme, Krater, Höhlenröhren, dazu Strände mit heller oder dunkler Körnung. Mit nur zehn Tagen ist Auswahl gefragt: lieber zwei intensive Inseltage und dafür mehr Tiefe, oder drei schnelle Stippvisiten für einen Überblick? Beide Strategien können gelingen, sofern der Plan Tageslängen, Transferzeiten und Reservepuffer einkalkuliert.
Bordleben, Kabinenwahl und Verpflegung: Komfort auf See
Das Schiff ist schwimmendes Zuhause und Transportmittel zugleich – je besser die Kabinenwahl und Bordroutine, desto entspannter die Reise. Wer anfällig für Seegang ist, wählt möglichst mittschiffs auf einem unteren bis mittleren Deck; hier sind Bewegungen meist geringer. Fenster- oder Balkonkabinen bieten Tageslicht und frische Luft, was den Biorhythmus stabil hält. Innenkabinen sind preislich attraktiv und lassen sich mit einem strukturierten Tagesablauf komfortabel nutzen: Wecker stellen, Vorhänge simulieren (z. B. mittels Lichtwecker), regelmäßige Aufenthalte an Deck.
Zur Verpflegung: Die meisten Schiffe kombinieren Buffetrestaurants mit serviertem Abendessen und snackbasierten Alternativen. Längere Seetage laden zu kulinarischen Themenabenden ein – regional inspirierte Menüs passen zur Route: bretonische Muschelgerichte nach dem Ärmelkanal, portugiesisch geprägte Gewürze auf dem Weg nach Süden, schließlich kanarische Spezialitäten an den Zielinseln. Wer bewusst genießt, plant leichte Optionen zum Frühstück, ausreichend Wasser und gezielte Energiezufuhr vor Landgängen. Praktisch sind kleine Ritualbausteine:
– mittags Suppe oder Salat und viel Wasser
– nachmittags Obst statt ständigem Gebäck
– abends bewusst wählen: ein Gang weglassen und den Nachtspaziergang an Deck einplanen
Freizeit an Bord ist so ruhig oder aktiv, wie du es möchtest. Häufig angeboten werden Fitnesskurse, Spa-Zeiten, Lesesalons, Vorträge zu Geologie und Seefahrt sowie Musik am Abend. Packe bequeme Schuhe für Rundgänge und eine leichte Windjacke, denn das Außendeck kann selbst in südlichen Breiten luftig sein. Für Arbeits- oder Kommunikationsbedarf gilt: Internet auf See läuft in der Regel über Satellit, ist also langsamer und zeitweise unterbrochen. Plane Offlinemodi für Karten, Reiseunterlagen und Lektüre. Stromversorgung variiert nach Schiff; universelle Adapter sind hilfreich.
Ein paar organisatorische Tipps runden den Bordalltag ab:
– rechtzeitig Reservierungen für Restaurants und Spa vornehmen
– Landausflüge mit Blick auf Liegezeiten planen (pünktliche Rückkehr!)
– Waschtage bündeln: kleine Reise-Waschmittelportionen sparen Bordservicekosten
– Lärmquellen meiden: Grundriss checken und Kabine nicht direkt unter Pool, Theater oder Nachtbar wählen
So entwickelt sich ein Flow: Vormittags Meereskino und frische Luft, nachmittags ein Vortrag oder ein Buch, abends Kulinarik mit Blick auf das Kielwasser. Diese Struktur macht Seetage produktiv und erholsam zugleich.
Wetter, Seegang & Packliste: Zwischen Nordsee, Biskaya und Passatwind
Die Route vereint Wettertypen. In der Nordsee und im Ärmelkanal ist das Klima maritim-gemäßigt mit raschem Wechsel – selbst im Sommer kann es frisch und windig sein. Die Biskaya ist bekannt für rollende Dünung; statistisch treten dort häufiger Starkwindlagen auf, aber ruhige Fenster sind nicht selten, besonders zwischen Juli und September. Südlich von Madeira prägt der Nordostpassat das Wetter: beständige Winde, viele Sonnenstunden, seltene Schauer. Auf den Kanaren liegen die Durchschnittstemperaturen im Winter bei etwa 18–22 °C am Tag und 14–17 °C in der Nacht, im Sommer bei etwa 24–29 °C tagsüber und 20–23 °C nachts. Das Wasser pendelt grob zwischen 19–22 °C (Winter/Frühling) und 22–24 °C (Spätsommer/Herbst). Mikroklimata sind typisch: windzugewandte Nordhänge sind kühler und feuchter, leeseitige Küsten wärmer und sonniger.
Seegang ist planbar, aber nie völlig berechenbar. Moderne Schiffe verfügen über Stabilisatoren, die Rollen teilweise ausgleichen. Wer empfindlich ist, setzt auf Prävention: kleine, häufige Mahlzeiten, Blick auf den Horizont, Aufenthalt mittschiffs, ausreichend Schlaf. Bewährte Mittel sind Ingwer, Akupressurbänder und – nach ärztlicher Rücksprache – geeignete Medikamente. Wichtig: nicht grübeln, sondern Routinen schaffen. Schon zehn Minuten an der frischen Luft können Wunder wirken.
Zur Packliste – funktional denken, Schichten planen:
– leichte Wind- und Regenjacke, die auch Sprühregen abkann
– wärmender Midlayer (Fleece oder Strick) für nördliche Abschnitte und Abendbrisen
– luftige Kleidung, Sonnenhut, Sonnenbrille, hoher UV-Schutz für die Inseln
– bequeme, rutschfeste Schuhe für Deck und Landgänge
– kleiner Tagesrucksack (1–2 l Wasser, Snacks, Kamera, dünnes Tuch als Sonnenschutz)
– wiederbefüllbare Trinkflasche, idealerweise mit dichtem Verschluss
– Reiseapotheke inkl. Pflaster, Elektrolyte, ggf. persönliche Medikamente
Reisezeitlich bieten sich zwei Logiken an: Wer Wintersonne sucht, reist zwischen November und März, wenn die Kanaren mild und trocken sind und die Heimkehr in die Kälte weniger schmerzt. Wer ruhigeres Wasser bevorzugt, orientiert sich an Spätfrühling und Spätsommer; dann stehen die Chancen auf sanfte Atlantikwellen gut. In jedem Fall lohnt ein Blick auf Langfristprognosen und eventuelle Großwetterlagen (z. B. Sturmtiefs über dem Nordatlantik), die das Routing beeinflussen können.
Planung, Budget, Nachhaltigkeit & Fazit
Das Budget für zehn Tage variiert stark mit Saison, Kabinentyp und Inklusivleistungen. Als grober Rahmen lassen sich pro Person ca. 900–2.500 Euro für die Kreuzfahrt veranschlagen, hinzu kommen Trinkgelder, Getränke außerhalb inkludierter Zeiten, Spezialitätenrestaurants und Landausflüge. Eine vorsichtige Kalkulation pro Tag hilft, Überraschungen zu vermeiden:
– Bordausgaben (Getränke, Snacks, Kaffee): 10–25 Euro
– Ausflüge (selbst organisiert vs. geführt): 0–120 Euro
– Transport an Land (ÖPNV, Taxi, Mietwagen tageweise): 5–60 Euro
– Sonstiges (Souvenirs, Eintritte): individuell
Beim Buchen zahlt sich Flexibilität aus. Wer lange im Voraus plant, hat oft größere Kabinenauswahl; kurzfristige Termine können in Randzeiten günstiger sein. Achte auf die genaue Route, Liegezeiten und Hafentage – ein zusätzlicher Seetag kann entspannend sein, ein zweiter Inselstopp bringt dafür mehr Abwechslung. Für Ausflüge gilt: Häfen wie A Coruña und Funchal lassen sich hervorragend zu Fuß und mit öffentlichem Verkehr entdecken. Auf Lanzarote und Tenerife ermöglicht ein Tagesmietwagen intensive Naturerlebnisse, sofern Abholort und Rückgabezeit zur Liegezeit passen.
Nachhaltigkeit beginnt vor der Gangway: Anreise nach Cuxhaven mit öffentlichen Verkehrsmitteln, leichte Gepäckmenge, wiederverwendbare Flasche und Besteck, Sonnencreme mit riffsensiblen Filtern. An Bord sind einfache Regeln wirksam: Handtücher mehrmals nutzen, Wasserverbrauch begrenzen, Buffets bewusst wählen, Abfall trennen, wenn Optionen bereitstehen. An Land unterstützen lokale Anbieter, kleine Museen und regionale Gastronomie die Wertschöpfung vor Ort. Wer Emissionen ausgleichen möchte, achtet auf seriöse Projekte mit nachvollziehbarer Wirkung.
Fazit für Nordsee-Start in die Sonne: Eine 10-tägige Reise von Cuxhaven zu den Kanaren ist ein stimmiges Projekt für alle, die Seereisen als Weg und Ziel zugleich verstehen. Der Kurs verbindet Lernmomente auf See mit kulturreichen Städten und spektakulärer Vulkanlandschaft – ohne Hektik, aber mit einem roten Faden. Mit realistischer Routenwahl, guter Kabinenentscheidung, wachem Blick für Wetterfenster und klarer Budgetstruktur entsteht eine Tour, die sich rund anfühlt. Wer entspannt starten, viel Meer sehen und am Ende in mildem Licht anlegen möchte, findet hier eine Route, die Vernunft und Vorfreude überzeugend zusammenbringt.